Patenschaft Kumbo

Zu Gast in Kumbo: Aufbau einer Partnerschaft mit der Gemeinde St. Michael in Meluf, Diözese Kumbo in Kamerun

Bei meinem Besuch im Oktober 2010 hatte ich die Gelegenheit, ein sehr interessantes Schulprojekt in der Diözese Kumbo in Kamerun kennen zu lernen. Seitdem gibt es lockere Kontakte dorthin. Im Januar diesen Jahres konnte ich nun wieder nach Kumbo reisen, als Mitglied einer kleinen Limburger Delegation zu den Achlussfeierlichkeiten des Jubiläumsjahres „100 Jahre katholischer Glaube in der Region Kumbo“.

Die Bistümer Limburg und Kumbo sind nun seit 25 Jahren partnerschaftlich verbunden. Wieder habe ich die Schule und auch die Gemeinde, zu der die Schule gehört, besucht. Warum diese Schule gegründet wurde und welchen Auftrag sie hat, kommt in der Begrüßungsrede von Frau Elizabeth Molo gut zum Ausdruck. Sie und ihr Mann Julius sind die Direktoren der Schule. Hier einige Auszüge: „Wir freuen uns sehr, Sie heute hier bei uns zu haben.

Gott hat in seiner unendlichen Weisheit diesen Tag für alle von uns vorbereitet. Eure Gegenwart hier ist nicht zufällig, sondern geschieht durch göttliche Vorsehung. Im Namen der SchülerInnen, der MitarbeiterInnen und Eltern-Lehrer Vereinigung dieses Zentrums, heiße ich Sie heute herzlich willkommen. Sie sind alle willkommen, „Ven-wiy-kijun“, in Meluf. Willkommen im Land des Maisfufu und Njamajama und der Bohnen und Kartoffeln. Willkommen im Land des Staubs in der Trockenzeit und des Matsches in der Regenzeit. Das katholische St. Michaels Berufsbildungszentrum Pfarrei Meluf (SAMICAFOC) wurde am 18. September 2006 als Initiative der Kommission „Familienleben“ derPfarrei Meluf in der Diözese Kumbo gegründet, um für Waisen und gefährdete Kinder zu sorgen, die nach Beendigung der Grundschule aus finanziellen Gründen nicht mehr in der Lage waren, auf eine weiterführende Schule zu gehen. Die meisten dieser Kinder und Jugendlichen sind Mädchen, wie Sie selbst sehen können. Es wurde auch gegründet als Versuch gegen die Phänomene der Straßenkinder, Jugendkriminalität, Kinderarbeit und Kinderraub anzukämpfen. Wir danken Gott, der das alles ermöglicht hat. Von den 69 SchülerInnen, die bisher ihren Abschluss gemacht haben, können wir stolz berichten, das ungefähr 75 % von ihnen entweder bei Institutionen oder Einzelpersonen beschäftigt sind oder als Selbstständige arbeiten. Sie sind Schuhmacher, Herrenfriseure, Näherinnen und Stickerinnen mit Werkstätten in Bamenda, Yaounde und Kumbo. Zur Zeit haben wir 80 SchülerInnen, die auf 8 Abteilungen verteilt sind, wie folgt: Schneiderei 40, Strickerei 9, Stickerei 2, Friseurabteilung 9, Schumacherei und –reparatur 7, Computerabteilung 4 und Motorradabteilung 6. Zusätzlich zu den Berufsausbildungen bietet das Zentrum folgende

Unterrichtsfächer: Buchhaltung, Wirtschaft, Handel, Englisch, Französisch, Recht, Erziehung im Familienleben, Mathematik, Morallehre, Sport und Landwirtschaft. Wir beten, dass wir mit dem beständigen Wachsen dieser Partnerschaft in der nächsten Zukunft jemand von Limburg hier haben werden um in diesem Zentrum die deutsche Sprache zu unterrichten. Alles, was uns zu erreichen möglich ist, geschieht dank der Opfer, der LehrerInnen, die fast ohne Lohn arbeiten. Sie bekommen nur ein Taschengeld am Ende des Monats weil das Geld fehlt. Auch das geht nur dank der Spenden, die wir bekommen haben von einem Ehepaar aus Limburg, der Spende, die wir erhalten haben nach dem Besuch der zwölfköpfigen Delegation aus Limburg in 2010, der Spende, die wir von der Gemeinde Maria Hilf und anderen Menschen guten Willens bekommen haben. Ein großes Dankeschön allen diesen Menschen. Die große Druckund Fotokopiermaschine und die beiden Strickmaschinen, die das Zentrum hat, konnten wir dank der Spenden aus Limburg anschaffen. (Das war eine Spende hier aus den Gemeinden. M.Stanossek)

Mehr könnte in diesem Zentrum erreicht werden, aber durch die Tatsache, dass viele der SchülerInnen hier nicht in der Lage sind, die kleine Summe Geld zu bezahlen, die wir als Schulgeld erfragen, da sie bei ihren Großeltern

leben, die selbst in prekären Verhältnissen leben. Das Zentrum ist bereits überfüllt, wir hätten mehr SchülerInnen aufnehmen können, aber es ist nicht genug Platz da. Herzlichen Dank an das Ehepaar, das uns das Haus mietfrei überlassen hat, bis wir ein eigenes Gebäude haben. Das Zentrum hat schon Bauland, aber es ist kein Geld da. Wir hoffen, dass eines Tage der Traum eines Mehrzweckzentrums mit einem schönen Bau, der die vielen Waisen und gefährdeten Kinder beherbergen kann und das Lehren und Lernen interessant macht, Wirklichkeit wird.“ Julius und Elizabeth Molo (Co-Direktoren) Was ich in der Kürze der Zeit bei beiden Besuchen sehen konnte, ist das wirklich ein gutes Projekt, das Kindern und Jugendlichen eine Zukunftsperspektive bietet und wert ist, unterstützt zu werden. Die Schule ist eingebunden in die Pfarrei und die Idee ist, partnerschaftliche Kontakte zu der Pfarrei und Schule aufzubauen. Über e-mail-Kontakte könnte es z.B. einen Austausch geben über Fragen, die uns hier und sie dort beschäftigen, Gruppen, die sie dort und wir hier bilden und wie wir in den so unterschiedlichen Situationen versuchen den Glauben zu leben.

Wir suchen Menschen, die Interesse haben, an dieser partnerschaftlichen Annäherung mitzuwirken und laden ein zu einem Treffen, an dem wir Infotafeln für die drei Gemeinden gestalten werden, am Samstag, 13. April, ab 16:00 Uhr im Gemeindehaus Maria Hilf.

Kommen Sie doch mal vorbei und schauen Sie, ob das für Sie eine Möglichkeit wäre, mitzuarbeiten!

Monika Stanossek